Wenn man sich für Fotografie interessiert, ist es auf den ersten Blick eine ganz harmlose Idee, eine Ausstellung mit dem Titel "SPURENSUCHE . Polizeifotografie Mannheim 1946 – 1971" zu besuchen. Dann kommen die ersten Bedenken, ob dort nicht auch schreckliche Fotos gezeigt werden, wie wir sie mittlerweile in jedem Feierabendkrimi zu sehen bekommen. Um das aber wirklich rauszufinden, hilft nur der Besuch der Ausstellung in Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen.
Die Ausstellung ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Zum Beispiel Mobilität, in der Bilder von Autounfällen und einem Zugunglück gezeigt werden. Oder Straßen und Häuser (genauer Titel ist mir leider entfallen...), in der die Orte der Verbrechen gezeigt werden. Alle Bereiche sind mit einer Einleitung versehen, in der der Autor die fotografischen Aspekte der Fotos lobt. Hier wurde mir schon etwas gruselig: die Fotos zeigen Unfälle, Verbrechen und Morde. Sie eignen sich kaum für eine ästhetische Erörterung. Der Autor muss ziemlich abgebrüht sein ...
Bei den Tatwaffen kann man dann unter anderem zwei Messer sehen, die für Tötungsdelikte verwendet wurden. Auch wenn die Fotos nur Schwarz-Weiß sind, wirkt das Blut am Messer erschreckend. Und das verbogene Küchenmesser erzählt alleine schon eine grausame Geschichte. Leider sind durch die Einteilung der Fotos in Rubriken die einzelnen Kriminalfälle über mehrere Wände verteilt und aus dem Zusammenhang gerissen.
Einzig beim Geldtransporterüberfall in der Mannheimer Innenstadt wird eine komplette Kriminalgeschichte mit historischen Zeitungsauschnitten erzählt. Alles fügt sich zu einem Gesamtbild zusammen und wird damit zum spannendsten Teil der Ausstellung. - Die Bilder der Mordopfer sind übrigens in den hinteren Teil der Ausstellung verbannt. Und wer wie ich schon genügend gegruselt und schockiert ist, der kann sie sich ersparen.
Ob man sich die Ausstellung anschauen (antuen) möchte, muss jeder für sich entscheiden. So einfach wie ein Feierabendkrimi lässt sie sich nicht konsumieren. Auch die Schwarz-Weiß-Fotografie und der zeitliche Abstand, lassen nicht vergessen, das es sich um reale Verbrechen handelt, unter denen Menschen gelitten haben oder bei denen sie ihr Leben gelassen haben.
Wenn Heidelberger nach Mannheim fahren ...
Zum Schluss noch etwas Lustiges: Auf dem Plakat für die Ausstellung wird ein Heidelberger Auto gezeigt, das einen Unfall in Mannheim hatte. Das ist wirklich eine kleine Gemeinheit unter Nachbarn. Da möchte man am liebsten mal in alten Zeitungen nachschauen, was Mannheimer alles in Heidelberg anstellen. 
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Ich musste sofort den Fotoapparat zücken, so schön fand ich das.
da möchte man sich doch glatt dazusetzen und eine Runde mithören.
leider erst so spät entdeckt, passt aber anhand der aktuellen Lage in [...]
:D
sehr schöne idee! in bremen gibt es nun auch einen christlichen fanclub. [...]