Irgendwann muss sie doch fertig werden, die neue Trasse für die Strassenbahn nach
Heidelberg-Kirchheim. Auf den ersten Blick sieht es schon sehr gut aus: die
Strassenbahnlinie 26 fährt, an manchen Stellen fahren schon wieder Autos und für Fußgänger hat sich die Zahl der Löcher, in die man fallen kann, erheblich reduziert.
Aber jetzt kommt die nächste Herausforderung für die Anwohner: die Strassendecke wird geteert und die Fussgängerwege werden gepflastert. Klingt erst mal harmlos. Aber jetzt fahren riesige Strassenwalzen durch Kirchheim, festigen den Boden und rütteln Strassen und Häuser durch. Wenn der Teer ausgelegt ist, muss er gefestigt werden. Wenn die Steine gelegt sind, müssen sie reingeklopft werden. Und dann kommen alle nur erdenklichen Rüttelmaschinen zum Einsatz, die kleine
Erdbeben auslösen ...
Manchmal habe ich Angst um meine Festplatte, in der sich eine feine empfindliche Mechanik bewegt und schalte lieber den Rechner aus. Oder ich erinnere mich an die zahlreichen Katastrophenfilme, in denen ein beständige Kraft ein Unglück auslöst: Nach und nach drehen sich die Schrauben aus dem Rohr, bis der Wasserrohrbruch das Schiff zum Untergehen verdammt. Ein Erdbeben löst die Träger eines modernen Hochhauses und verwandelt es kurz darauf in Schutt und Asche ...
So schlimm wird es wohl nicht kommen. Und das Foto ist eine üble Bildmontage, die der gequälten Seele eines Kirchheimers entsprungen ist. Jetzt hoffe ich erst mal auf ruhige Ostertage und dass danach mein größter Wunsch in Erfüllung geht: ein ruhiges Heidelberg-Kirchheim, durch das man auf befestigten, sauberen Bürgersteigen gehen kann.
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Was meinst denn Du, was ist peinlich?
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