Zwei Artikel sind mir in den letzten Tagen online aufgefallen. Auf tagesschau.de die
Meldung über volkstümliche Musik, Corridos, an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Hergestellt im Auftrag und an die Radiostationen verteilt von der US Border Control. Es kam erst mit der Zeit auf, dass diese Musik von der Polizei verteilt wurde. Mancher Radiomitarbeiter fühlt sich nun hintergangen.
Und der Zweck der Musik? Sie soll mögliche zukünftige illegale Grenzgänger über die Gefahren des Grenzganges aufklären.
Zu Bemängeln ist das heimliche Vorgehen, ansonsten aber ist es okay, diese Musik zu verbreiten.
Anders sieht es mit vorgefertigten Reportagen, Sendungen, Artikeln etc. aus. Der SWR bringt dazu einen
Artikel.
Kurz: Ministerien (hier am Beispiel von Ursula von der Leyen) vergeben an Kommunikationsfirmen Aufträge, sie sollen in ihrem Sinne zu einem bestimmten Thema Beiträge (Text, Film, Audio) erstellen, die dann an Rundfunk- und Fernsehsender und Zeitungen verteilt und möglichst unverändert in den Medien weitergegeben werden. Im redaktionellen Teil. Nicht gekennzeichnet, von wem das tatsächlich stammt.
Das ist unzulässig, Schleichwerbung, aber man muss es erstmal feststellen.
Im Artikel wird erklärt, dass viele Journalisten diese Beiträge einfach ungeprüft übernommen haben.
V.a. bei kleinen Redaktionen kann ich mir das gut vorstellen (bei grossen kommt das bestimmt auch vor, aber das Verführungspotential sollte m.E. kleiner sein), denn man braucht Futter für die Konsumenten, will man sich am Leben erhalten, hat aber wenig Zeit und wenig Personal. Ein gut gemachter, vorgefertigter Beitrag ist da wahrscheinlich sehr willkommen.
Wir hier vom Heidelberger Blog sind auch klein, d.h. potentiell gefährdet, aber wir lassen unser Blog lieber vor sich hin dümpeln, als es auf derlei Art verkommen. Manchmal treten Leute an uns heran (die Lobbyarbeit ist gross hier in Deutschland), aber wir entscheiden subjektiv und nach Gusto. Wir wollen gar nicht über alles berichten. Denn das können wir nicht. Wir sind keine Zeitung mit einem Auftrag für die Allgemeinheit, es ist schlicht ein nettes Hobby, das wir pflegen. Und mit echten Journalisten können wir uns nicht vergleichen. Professioneller Journalismus ist etwas ganz anderes als ein kleines Hobby-Blog. Die Qualität soll schon stimmen, aber wir publizieren nicht um jeden Preis.
Wir hätten gerne Spass an unserem Blog, und das soll so bleiben.
In diesem Sinne (wie
der Ecki immer sagt) stay blogged

(wie der
Herr Nachbar immer sagt)!
Nachtrag vom 02. Juni:
Albrecht Müller macht sich bei seinen
NachDenkSeiten auch Gedanken darüber, wie diese weitgreifende Manipulation gestoppt werden kann.
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Ich musste sofort den Fotoapparat zücken, so schön fand ich das.
da möchte man sich doch glatt dazusetzen und eine Runde mithören.
leider erst so spät entdeckt, passt aber anhand der aktuellen Lage in [...]
:D
sehr schöne idee! in bremen gibt es nun auch einen christlichen fanclub. [...]