Das stand neulich auf einem Plakat. Ich hatte nichts verstanden, der Titel ging mir aber nicht mehr aus dem Sinn. Klar stehen gerade die Europaparlamentswahlen an, aber man kann den Kontinent doch nicht als Alphamädchen bezeichnen!
Wobei die Alphamädchen mir wiederum ein Begriff sind. Das ist eine Gruppe junger Feministinnen, benannt nach einem Buch von Susanne Klingner "Wir Alphamädchen". Sie betreiben zusammen ein Blog, die
Mädchenmannschaft.
Aber zusammensetzen konnte ich das alles nicht.
Also habe ich mich an Tante Guugel gewandt. Diese hat mir gesagt, dass "Europa ist ein Alphamädchen" der Titel einer Veranstaltung ist (die Veranstaltung ist leider schon vorbei, ich habe das Plakat zu spät entdeckt). Und zwar von
Franziska Brantner und Susanne Klingner. Franziska Brantner ist die Kandidatin der Grünen für den Europarat, und zwar ist sie die Kandidation unserer Region. Da habe ich sie gleich mal angemailt.
Ich habe sie gefragt, was mit "Europa" in dem Titel gemeint war. Beides war gemeint, sowohl der Kontinent als auch die mythologische Figur. Es sollte ein Wortspiel sein. Ein Wortspiel, dass daran erinnern soll, was die Anfänge von Europa waren und gemahnen soll, wo wir jetzt stehen. Denn in der Europäischen Integration sei schon viel für die Frauen getan worden (Lohngerechtigkeit in den Römischen Verträgen, Antidiskriminierungsschutz maßgeblich durch den Amsterdamer Vertrag). Aber das sei ins Stocken geraten, durch konservative Kräfte sowohl im Europaparlament als auch im Ministerrat. Dagegen wollen die Grünen und sie, Franziska Brantner, als deren Vertreterin angehen. Europa soll wieder ein Alphamädchen werden (
Petition zum EU-Antidiskriminierungsgesetz).
Für mich steht die Figur "Europa" nun für die Anfänge der Europäischen Union. Franziska Brantner meinte auf meine Frage, was an der mythologischen Figur Alphamädchen sei, dass eben diese in einigen Darstellungen so dargestellt sei, als reite sie den Stier (und wird also nicht einfach willenlos entführt). Diese
Darstellung nutzt sie selbst auch in ihrer Frauenpolitik für Europa. Europa nicht mehr als willenloses Geschöpf männlicher Macht(phantasien), so meine Interpretation.
Für meine Frage nach den Alphamädchen wäre ich besser zur Veranstaltung gekommen, aber ich hatte das Plakat einfach nicht rechtzeitig gesehen. Bis ich geschaltet hatte, war der Termin schon vorüber.
Allgemein aber stehen die Alphamädchen für eine neue Form des Feminismus, der da bedeutet, die Gesellschaft nicht gegen, sondern gemeinsam mit den Männern zu verbessern und Ungerechtigkeiten und Missstände abzuschaffen. Susanne Klingner ist eine dieser Alphamädchen, und diese Veranstaltung "Europa war ein Alphamädchen" war eine Lesung im Heidelberger
Kulturfenster zusammen mit Franziska Brantner und anschliessender Diskussion. In dieser Diskussion ging es um diese neue Art des Feminismus, was die Menschen heutzutage von Gleichberechtigung erwarten, wo Missstände sind und wie Europa helfen kann.
Wie diese feministische Politik in Europa aussieht, hat Frau Brantner auf ihrer Website dargelegt:
Feministische Gesellschaftspolitik in Europa. Auch die Grünen sagen einiges dazu:
Frauenpolitik.
Nachdem ich das alles weiss, bedaure ich es, nicht bei der Veranstaltung gewesen zu sein, sie verpasst zu haben. Das scheint sehr interessant gewesen zu sein.