SciLife ist so eine Art "Xing" für Forscher, initiiert und betreut von Forschern der Uni Heidelberg, sowie Lausanne und Dresden. Auf der
Website der Uni Heidelberg beschreiben sie sich selbst.
Ich habe Babak Hosseini, einen der Mitbegründer dieses Projekts und Doktorand der Physik an der Heidelberger Uni, sehr neugierig einige Fragen gestellt, deren Antworten ich Euch nun präsentiere:
Frage: Wie entstand die Idee zum Projekt?
Antwort: Entstanden ist die Idee zu SciLife bei der täglichen Arbeit im Labor. Uns war immer wieder aufgefallen, dass erfolgreiche Kollaborationen in der Forschung oft alleine aus zufälligen Begegnungen entstehen, sei es auf Konferenzen oder auch auf dem Gang vor dem Labor. Sucht man aber ganz gezielt nach Technologien oder Expertisen, die man für ein bestimmtes Experiment braucht, helfen einem die vorhandenen Informationsangebote selten weiter. Informationen auf Homepages der Forschungsgruppen sind meist unvollständig und oft veraltet. Der Grund ist, dass sie fast immer von einem zentralen Administrator der Gruppe gepflegt werden, der diese Aufgabe neben seiner eigentlichen Forschung macht und weder die Informationen noch die Motivation hat, eine optimale Datenpräsentation vorhandener Ressourcen zu erstellen. Ein weiterer Grund ist, dass verschiedene Homepages schlecht vernetzt sind. An einem Cluster wie etwa Heidelberg müsste man sich durch die Seiten einer ganzen Reihe von Forschungseinrichtungen (Uni, ZMBH, DKFZ, EMBL, MPI etc) suchen, um einen Überblick über vorhandene Technologien zu bekommen. Das ist mühsam und uneffektiv und verhindert oft erfolgreiche Forschung.
SciLife soll helfen, schnell und einfach an solche Informationen zu gelangen. Da die Nutzer selbst ihre Daten eintragen, soll weiterhin eine hohe Qualität und Aktualität garantiert werden, da jeder über entstehende Kollaborationen und daraus resultierende Publikationen direkt von seiner Präsentation profitieren kann.
Unser Team ist zu einem großen Teil in der interdisziplinären Forschung in der biophysikalischen Chemie beschäftigt und arbeitet in verschiedenen Kollaborationen mit Forschungseinrichtungen in Heidelberg, so dass wir die Problematik gut kennen.
Frage: Was beinhaltet das Angebot Eurer Plattform, an wen wendet es sich und was möchtet Ihr mit SciLife erreichen?
Antwort: SciLife verbindet das Konzept sozialer Netzwerke mit einer auf Forschungsgeräte spezialisierte Ressourcendatenbank. Man kann Profile für Personen, für Ressourcen (Geräte, Materialien, Protokolle, Techniken) und für Arbeitsgruppen/Institute erstellen. Die einzelnen Profile können untereinander vernetzt werden, so dass ein Abbild der Forschungslandschaft entsteht.
Gleichzeitig können Forscher ihr Profil als „wissenschaftliche Visitenkarte“ ansehen:
- Ich forsche in diesem Bereich
- Ich habe in diesen Gruppen/Instituten gearbeitet
- Ich arbeite an diesen Geräten, habe diese Expertisen
- Ich habe diese Publikationen
Zusätzlich bietet SciLife bewährte Kommunikationsmöglichkeiten wie Messaging und Gruppenkommunikation über Foren, um die Arbeit mit der Plattform zu erleichtern und die Vernetzung der Wissenschaft zu verbessern.
Wir möchten Wissenschaftlern ein einfaches Kommunikations- und Informationswerkzeug geben. Wenn ich beispielsweise wissen möchte, wer noch mit einem bestimmten Protein arbeitet, soll ich das genauso einfach auf SciLife finden können, wie wenn ich ein konfokales Mikroskop in meiner Umgebung suche.
Unternehmen sollen die Plattform nutzen können, um hochqualifiziertes Personal zu suchen, aber auch um eigene Technologien oder Dienstleistungen vorzustellen.
Frage: Wer steht hinter SciLife?
Antwort: SciLife wurde von einem Kollektiv von Doktoranden und Informatikern aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen konzipiert und entwickelt. Bereits zu Schulzeiten haben Henryk, Babak und Felix Internet-Seiten programmiert. Mit ihrer Seite
zimmer69.de haben sie während ihrer Studienzeit den Studenten in Heidelberg bei der sonst so schwierigen Wohnungssuche mit einer kostenlosen Online-Wohnungsbörse tatkräftig unter die Arme gegriffen. Zusammen mit den befreundeten Doktoranden Aaron, Kai und Daniel wurde die Plattform speziell für Wissenschaftler konzipiert und in enger Zusammenarbeit mit den Informatikern umgesetzt. Das Team arbeitet verteilt und empfindet die interdisziplinäre und kollektive Arbeit mit Freunden an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und dessich immer weiter entwickelnden World Wide Web als wahre Bereicherung.
Dem Babak sei Dank für seine Antworten!
Wenn Ihr weitere Fragen habt, dann wendet Euch an die unter der
Presseinformation angegebenen Personen.