Ein Freund von mir, der Arno, ist Triathlet. Nicht so etwas wie Lothar Leder oder so, sondern freizeitmäßig und abgeklärter und kritischer dem Sport gegenüberstehend, da älter. Ich wußte lange nicht, dass er Triathlon macht, aber eines Tages kam es dann doch raus. Und durch ihn bin ich auf den Kraichgau-Triathlon aufmerksam geworden.
Die sehr informative Homepage = erstes Kennenlernen
Zuerst habe ich nur auf der
Homepage gesurft. Was heißt da "nur"? Die ist gespickt mit Informationen! Daran habe ich gesehen, dass da ein sehr engagiertes, begeistertes Team dahinterstehen muß. Beispielweise gibt es extra einen Menüpunkt
"Hot Spots" und einen
"Events" für die Zuschauer, sodass man gleich weiss, wo man sich am Besten postieren muss, um den Sportlern gut zuschauen zu können bzw. wo man als Zuschauer auch verköstigt wird. Unglaublich, wieviele Vereine sich dabei engagieren! Der Kraichgau-Triathlon scheint von der ganzen Region getragen zu werden! Dabei ist er noch nicht alt, dieses Jahr war erst die vierte Auflage.
Die Anfahrt - gemeinsam oder allein?
Das schien alles sehr interessant zu sein, also habe ich versucht, Leute zu animieren, mit mir dahin zu fahren. Aber keiner meiner sportbegeisterten Bekannten konnte sich frei machen. Betrübliche Aussichten, denn ich selbst habe kein Auto und bin auf die Öffentlichen angewiesen. Der Kraichgau-Triathlon liegt aber nicht so bequem in der Stadt wie der
Heidelbergman in Heidelberg. (Ich hatte auch gehofft, mir die intensive Lektüre der Lage der Hot Spots ersparen zu können. Wozu hat man einen Fahrer?)
Nach wiederholtem Surfen auf der Homepage bin ich dann doch mal wieder auf den Lageplan gestoßen, und da habe ich dann den Namen "Bad Schönborn" gesehen. Klasse! In Bad Schönborn-Kronau gibt es eine S-Bahn-Haltestelle. Gut daran auch, dass der Zielbereich, den mir der Arno als am Attraktivsten für die Zuschauer angepriesen hat, in Mingolsheim liegt. Und Mingolsheim ist wiederum der Gemeindeteil von Bad Schönborn, wo der Bahnhof liegt. Na, passt doch!
So habe ich es am Sonntag dann gemacht und festgestellt, dass das wohl auch das Vernünftigste war, denn die Straßen auf dem Weg zum Zielbereich waren zugeparkt.
Erste Begegnung mit den Läufern der S-Distanz
Kurz vor dem Zielbereich waren eine Menge Läufer. Es waren die S-Distanzler. (Man konnte auf drei verschiedenen Distanzen starten, S, M oder L.) Manche schon auf dem Weg ins Ziel, manche hatten noch die Kurve im Zielbereich vor sich, die noch ein paar Kilometer Laufdistanz bedeuteten.
Die schlichen da ganz schön, krummer Rücken, die Beine irgendwie schlurfend, ... Na ja, nicht richtig schlurfend, aber irgendwie in den Boden rennend (das ist doch das, was ich immer von mir behaupte, denn ich finde, ich kann nicht mal joggen - aber so schleichen wie diese Typen, das kann ich auch noch

) Man konnte sie sich leicht auf dem Laufband vorstellen, wie sich das Laufband bewegt und sie gezwungenermassen die Füße setzen müssen, als ob es unter ihnen den Boden wegzöge.
Redbull habe ich an den Verpflegungsstellen der Läufer auch gesehen. Hä? So ganz kapiert habe ich das nicht. Zum einen würde ich das Zeug nicht freiwillig in mich reinschütten, und in ausgepowertem Zustand schon gleich gar nicht. Zum anderen: Ist Koffein nicht auf der Doping-Liste? Ein Freund von mir hatte das erzählt, dass eine Trainerin - nicht vom Triathlon, sondern im Leichtathletikbereich - ihm wiederum erzählt hatte, dass sie vor einem Wettkampf wegen der Dopingkontrollen nicht mal Kaffee trinken dürften. Wie gesagt, Hä?
Der Zieleinlauf
Ich bin weiter zur Tribüne. Da liefen Musik, die Finisher und das Mundwerk des Sprechers auch.
Im Zieleinlauf sahen die Läufer dann schon wieder dynamischer aus, manche zogen sogar nochmal richtig an. Oder Kinder liefen mit ihren Vätern ans Ziel, so manches Kind auf dem Arm des Vaters, andere Läufer wiederum faßten sich an den Händen und liefen gemeinsam ins Ziel (woran man wieder mal sehen kann, wie unsinnig die Sekundenmessung ist).
Im Ziel saß eine Fotografin, die getreulich jeden Finisher fotografierte. Oft sind bei solchen Veranstaltungen professionelle Fotografen dabei, die knipsen und knipsen und knipsen.
Online kann man dann seine Fotos bestellen, wenn man sie aufgrund seiner Startnummer herausgefunden hat.
Die Top-Drei der M-Distanz
Das Highlight dieses Jahres war die M-Distanz mit lauter Superstars. Chris McCormack ist der aktuelle Weltmeister, Thomas Hellriegel war Hawaii-Sieger und Stephan Vuckovic, Silbermedalliengewinner bei Olympia in Sydney. Doch lest das selbst nach unter dem Menüpunkt
"Topstarter". "Macca" war unschlagbar, danach liefen in der Reihenfolge Vuckovic und Hellriegel ein. (Wen es interessiert: Die
Ergebnislisten sind online.)
Sie wurden dann auch gleich interviewt und mußten Autogramme geben.
Das Drumherum
Arno hatte mir eine Liste mit den Nummern seiner Konkurrenten seiner Altersklasse gegeben (im Triathlon gibt es nicht nur die absolute Reihenfolge, sondern es wird auch nach Altersklassen ausgewertet), aber irgendwie hat mich das nicht gereizt, danach zu gucken. Da hätte ich lange auf der Tribüne sitzen müssen, aber der Hunger zog mich zum Festzelt.
Neben dem Zielbereich (da war ein echtes "Wohlfühlland" - die Werbewirtschaft bezeichnet den Kraichgau als Wohlfühlland - für die Athleten aufgebaut mit Massage, Pools - also Planschbecken - Eßbarem wie z.B. Melonen, ...) war eine Triathlonmesse mit verschiedenen Ausstellern und eben das Festzelt mit der Nahrung für die Zuschauer. Irgendwie ungewohnt war es ja schon, einfach nur ein Steak im Brötchen zu bekommen. Vom Baseball bin ich da anderes gewohnt, da kann man sich immer aus mehreren Schüsseln mit Salat bedienen und sein Steak damit belegen.
Wie man auf dem ersten Foto sieht, wurde für diesen Kraichgau-Triathlon ganz schön gewerkelt. Diese Aufbauten sind laut Arno ganz schön schwer und gar nicht so einfach zu machen!
Ich denke, es hat sich gelohnt, auch wenn mir diese Sportart fremd ist. Was mich am Abend dann verscheucht hat, das war die Fußball-EM-Übertragung. Ich bin nicht so der Fußball-Fan, und das Eröffnungsspiel am Vorabend hatte mir gar nicht behagt, sodass ich keine Lust hatte, unter fremden Menschen - Arno war schon gegangen - mir ein Fußballspiel anzutun. Lieber mit Freunden! Das habe ich dann auch gemacht.
Nachtrag am 23.07.:
Das heisst nun
Challenge Kraichgau. Der Wechsel wird auch
erklärt.
Ja, er hält mich gefangen. Eigentlich bin ich dort nur aus einer Laune heraus hingegangen. Habe ich ja schon berichtet. Er lässt mir keine Ruhe mehr und nächstes Jahr werde ich wohl wieder dabei sein. Zum Zugucken, denn meine Sportart ist das nun wa
Aufgenommen: Dez 05, 15:36