Elisabeth sitzt im Rollstuhl. Sie ist eine der vielen Rollstuhlfahrer, die zu Heidelbergs Stadtbild gehören. Mitunter gehen diese Rollstuhlfahrer sehr akrobatisch mit ihrem Gerät um. Elisabeth hat einen E-Rolli, mit dem sie sich in der Öffentlichkeit fortbewegt und sie ist in keiner Weise eine von den Rollstuhlakrobaten.
Busfahren ist problematisch. Die einen haben eine Rampe nur in der Mitte des Busses. Der Bus muß sich dazu neigen und die Rampe muß man, wenn ich das richtig verstanden habe, selbst ausfahren. Solche Busse gehen also nicht. Zumal Elisabeth weiß, daß schon Rampen gebrochen sind.
Es gibt noch andere Busse. Die haben eine Rampe beim Fahrer vorne. Der muß die Rampe ablassen. Sie sollte möglichst ebenerdig aufliegen, aber das tut sie oft nicht, oft ist sie abschüssig. Elisabeth bekommt dabei panisch Angst, aus dem Rollstuhl zu kippen. Auch andere Rollstuhlfahrer, gibt der Mann von der rnv Auskunft, haben sich darüber schon beschwert.
Von den Straßenbahnen wollen wir erst gar nicht reden, da stimmt die Höhe des Bahnsteigs in aller Regel nicht.
Durch Elisabeth lerne ich Heidelberg neu kennen. Im Kaufhof ist die einzige rolligerechte Toilette weit und breit. Einkaufspassagen sind gut, weil die Restaurants dort keine Treppe haben.
Die meisten Restaurants haben hier in Heidelberg eine Treppe oder Schwelle vor dem Eingang. V.a. im Winter macht sich das schmerzhaft bemerkbar. Elisabeth hält es nicht aus, wenn sie in ihrem liebsten Café unter lauter Rauchern sitzen muß. Aber rein geht nicht, da ist eine Schwelle. Unüberwindbar. Und wenn Ihr mich fragt: Drin ist es wahrscheinlich zu eng für den Rolli.
Ein Phänomen, das auch die Auswahl an Supermärkten und Einkaufsläden einschränkt: Die Enge der Regale. Der Rolli paßt einfach nicht dazwischen. Ständig muß sie aufpassen, daß sie nichts mit sich reißt, weil der Rolli zu sperrig ist. Sie ist daran gewöhnt, Verkäufer zu bitten, ihr Ware nach draußen zur Begutachtung zu bringen.
Die Regale im Supermarkt sind selbstverständlich zu hoch, ganz normal, Leute darum zu bitten, irgendwelche Waren aus den unerreichbaren Regalen zu holen.
Die Erkundung neuer Wege ist schwierig. Unsereins nimmt wie selbstverständlich alle neuen Wege. Wir können uns höchstens verlaufen, aber unüberwindbare Bordsteine oder angstmachende Neigungen des Weges, Wurzeln, ... kennen wir nicht.
Ja, wenn schon Rolli, dann muß man - zumindest in Heidelberg - Rollstuhlakrobat sein.
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Ich musste sofort den Fotoapparat zücken, so schön fand ich das.
da möchte man sich doch glatt dazusetzen und eine Runde mithören.
leider erst so spät entdeckt, passt aber anhand der aktuellen Lage in [...]
:D
sehr schöne idee! in bremen gibt es nun auch einen christlichen fanclub. [...]